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Ein Haus fotografieren: Was erlaubt ist und wie es gelingt.

Von der öffentlichen Straße aus darfst du ein Haus in Deutschland in der Regel fotografieren, auch ein fremdes. Tabu sind das Betreten des Grundstücks ohne Erlaubnis, Fotos mit Leiter oder Drohne über Zaun und Hecke hinweg und Aufnahmen, die gezielt Menschen zeigen. Für ein gutes Foto zählen vor allem Licht, Standpunkt und ein Haus, das samt Dach ganz im Bild ist.

Aquarell eines Scheunenhauses mit schwarzer Holzfassade, Blechdach und junger Birke im schwarzen Rahmen, als BeispielHofweg 7, seit 2021

Darf man ein Haus fotografieren?

In der Regel ja, wenn du dabei auf öffentlichem Grund stehst. Eine Fassade, die man vom Gehweg oder von der Straße aus sieht, darf man in Deutschland grundsätzlich auch fotografieren. Das gilt für das eigene Haus ebenso wie für das Haus der Nachbarn oder ein Elternhaus, das inzwischen anderen Leuten gehört.

Schwierig wird es erst, wenn du dafür in den privaten Bereich eindringst oder Menschen zum Thema des Fotos machst. Die Hinweise auf dieser Seite sind allgemein gehalten und ersetzen keine Rechtsberatung. Möchtest du Fotos fremder Häuser veröffentlichen, etwa mit Adresse im Internet, ist die Lage weniger eindeutig. Dann informier dich vorher genauer.

Was dabei nicht in Ordnung ist

Heikel wird es meist durch die Art, wie ein Foto entsteht. Diese Dinge sind nicht in Ordnung:

  • Das Grundstück betreten: Vorgarten, Einfahrt und Garten gehören zum Grundstück. Ohne Erlaubnis der Bewohner stellst du dich dort nicht hin, auch nicht für ein schnelles Foto.
  • Mit Leiter oder Drohne über Zaun und Hecke: Wer eine Hecke mit der Leiter überwindet oder eine Drohne über das Grundstück schickt, fotografiert in einen geschützten privaten Bereich.
  • Menschen gezielt ablichten: Bewohner im Garten, spielende Kinder oder Gäste auf der Terrasse gehören nicht aufs Foto. Warte, bis niemand vor dem Haus steht, oder komm später wieder.
  • Durchs Fenster zoomen: Blicke in Wohnräume verletzen die Privatsphäre der Bewohner und haben mit einem Bild vom Haus nichts zu tun.

Für ein Bild, das später privat an der Wand hängt, brauchst du nichts davon.

Ein fremdes Haus fotografieren: lieber kurz fragen

Für ein privates Geschenk ist ein Foto von der Straße aus unproblematisch. Trotzdem fällt auf, wer länger vor einem fremden Haus steht und mehrere Bilder macht.

Klingel deshalb kurz oder sprich die Bewohner an, wenn sie im Garten sind, und sag, wofür das Foto gedacht ist, etwa für ein Bild vom Elternhaus, das vor Jahren verkauft wurde. Möchten sie kein Foto, respektier das und such im Familienalbum nach einer älteren Aufnahme.

Beim Haus, das du gerade kaufst, fragst du die Verkäufer am besten bei der letzten Besichtigung. Das Foto eignet sich später auch für ein Geschenk an die Hausverkäufer.

Tipps fürs Hausfoto: das richtige Licht

Am besten eignet sich ein leicht bedeckter Himmel: Das Licht ist weich, Schatten bleiben flach, und helle Fassaden werden nicht grell.

Scheint die Sonne, fotografier am Vormittag oder am Nachmittag. In der harten Mittagssonne wirft der Dachüberstand dunkle Schatten auf Fenster und Fassade, und weiße Wände werden so hell, dass kaum noch Struktur zu sehen ist.

Schau vorher, wohin die Vorderseite zeigt. Eine Fassade nach Osten hat am Vormittag Sonne, eine nach Westen am Nachmittag. Eine Nordfassade liegt die meiste Zeit im Schatten, für sie ist ein bedeckter Tag die beste Wahl.

Steht die Sonne hinter dem Haus, hast du Gegenlicht: Der Himmel wird weiß, die Fassade dunkel. Dann komm lieber zu einer anderen Tageszeit wieder.

Standpunkt und Haltung des Handys

Wo du stehst und wie du das Handy hältst, entscheidet darüber, ob das Haus gerade oder verzogen aussieht:

  • Von gegenüber: Stell dich auf die andere Straßenseite. Aus dieser Entfernung passt das ganze Haus aufs Bild, ohne dass du das Handy nach oben kippen musst.
  • Auf Höhe der Hausmitte: Stell dich mittig vor das Haus oder leicht versetzt, wenn du eine schräge Ansicht mit einer Seitenwand möchtest. Halte das Handy senkrecht und kipp es nicht nach hinten, dann bleiben die Hauswände gerade und laufen oben nicht zusammen.
  • Gerade ausrichten: Viele Handys blenden in der Kamera auf Wunsch ein Gitter ein. Richte eine senkrechte Hauskante oder den Türrahmen an einer der Linien aus.
  • Ein Schritt zurück statt Weitwinkel: Die Weitwinkel-Einstellung bekommt zwar alles aufs Bild, verzerrt aber die Ränder, und Häuser wirken gebogen oder schief. Mit der normalen Kamera und etwas mehr Abstand behält das Haus seine Proportionen.

Das ganze Haus, die Jahreszeit und mehrere Versuche

Achte darauf, dass das Haus vollständig drauf ist: mit Dach, Schornstein und Sockel, dazu etwas Himmel darüber und ein Streifen Boden davor. Ein abgeschnittener Dachfirst lässt sich später nur schwer ergänzen.

Auch die Jahreszeit zählt. Im Sommer verdecken Bäume und Hecken oft Fenster und Eingang, im Winter ist das Haus besser zu sehen, wirkt aber kahler. Blühende Sträucher im Frühjahr oder buntes Laub im Herbst bringen Farbe ins Bild.

Mach lieber zehn Fotos als eins: frontal und schräg, mit etwas mehr und etwas weniger Abstand, vielleicht an zwei verschiedenen Tagen. Am großen Bildschirm siehst du danach besser als auf dem Handy, welches Foto scharf ist und wo das Licht stimmt.

Auto, Tonne, Gerüst: Das darf aufs Foto

Du musst nicht warten, bis vor dem Haus alles aufgeräumt ist. Das Auto in der Einfahrt, Mülltonnen, ein Trampolin, ein Container oder ein Gerüst dürfen auf dem Foto bleiben. Lädst du das Foto für ein Aquarell bei uns hoch, zählst du solche Dinge im Hinweisfeld auf. Im Aquarell fehlen sie dann. Im Beispiel unten sind Trampolin, Wärmepumpe und Mülltonnen verschwunden.

Foto einer modernen weißen Stadtvilla mit Solardach, daneben Wärmepumpe, Trampolin und MülltonnenFoto
Aquarell derselben Stadtvilla, ohne Trampolin, Wärmepumpe und MülltonnenAquarell

Was sich vom Foto zum Aquarell verändert und was bleibt, zeigt der Ratgeber Foto als Aquarell. Ist dein Foto scharf und das ganze Haus gut zu sehen, kannst du es gleich als Vorlage für dein Aquarell hochladen.

Häufige Fragen

Darf man ein fremdes Haus fotografieren?

Von der öffentlichen Straße aus in der Regel ja. Nicht in Ordnung ist es, dafür das Grundstück zu betreten, mit Leiter oder Drohne in den privaten Bereich zu fotografieren oder Bewohner gezielt aufs Bild zu nehmen.

Darf ich aus dem Foto eines fremden Hauses ein Bild machen lassen?

Für ein privates Geschenk ist das in der Regel unproblematisch, wenn das Foto von der Straße aus entstanden ist. Gehört das Haus weder dir noch den Beschenkten, frag die Bewohner vorher freundlich.

Wann ist die beste Zeit, ein Haus zu fotografieren?

Bei leicht bedecktem Himmel oder am Vormittag und Nachmittag. In der Mittagssonne entstehen harte Schatten, und bei Gegenlicht wird die Fassade dunkel.

Wie fotografiere ich ein Haus am besten mit dem Handy?

Von der gegenüberliegenden Straßenseite, mittig vor dem Haus und mit senkrecht gehaltenem Handy. Nimm die normale Kamera statt Weitwinkel und geh lieber einen Schritt zurück, bis Dach und Sockel ganz im Bild sind.

Dein Haus als Aquarell.

Foto hochladen, Größe und Rahmen wählen. Du siehst den Entwurf, bevor gedruckt wird.